Entwicklung von Geschäftsmodellen und Design Thinking

Der Einfluss der Digitalisierung verringert die Halbwertszeiten von etablierten Geschäftsmodellen. Die schnelle Innovation von Geschäftsmodellen ist in Konsequenz eine wichtige Fähigkeit von Unternehmen, um zukünftige Chancen zu wahren.

In diesem Blogbeitrag wollen wir Ihnen einen kurzen Einblick geben, wie mit Hilfe der Methode „Design Thinking“ Geschäftsmodelle entstehen und was diese Innovationsmethode von klassischen Projektmethoden unterscheidet.

Warum Innovation andere Herangehensweisen braucht

Die Innovation von Geschäftsmodellen ist eine Sonderform des Projektes. Klassische Projekte sind durch klar definierte Ziele gekennzeichnet und setzen die Realisierbarkeit einer Lösung voraus. Hier lohnen sich Vorgehensmodelle wie z. B. das Wasserfall- oder auch das V-Modell.
Im Gegensatz zu klassischen Projekten sind für Innovationsprojekte konkrete Zielvorgaben nicht definiert und auch Lösungsmöglichkeiten müssen im Grunde noch erforscht werden. Auch die agile Methodik stößt im Kontext von Innovation mangels Klarheit an Lösungswegen schnell an seine Grenzen. Das heißt natürlich nicht, dass Innovation keine Struktur braucht – eben nur andere Herangehensweisen.

 

Warum Design Thinking für Geschäftsmodellinnovationen?

Design Thinking ist eine kreative Methode für die Erarbeitung von komplexen Frage- und Problemstellungen und somit ideal für Innovationsprojekte. Das besondere Merkmal von Design Thinking bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen ist das konsequente Betrachten und Integrieren der Sicht von Kunden bzw. Nutzern (Kundensegment) mit dem Ziel der Befriedigung von deren Bedürfnissen. Alle technologischen und wertschöpferischen Innovationen sind den Bedürfnissen des Kundensegments untergeordnet. Im Vergleich zu traditionellen Innovationsmethoden aus dem Strategischen Management (Analyse, Planung, Vorhersage, und „Full-Scale“-Markteintritt), ist Design Thinking einfacher, hochfrequenter und flexibler ausgelegt. Mit seiner Herangehensweise schafft Design Thinking so ideale Rahmenbedingungen für schnelle Geschäftsmodellinnovation in einem sich stetig verändernden Umfeld.

 

Der Design Thinking-Prozess in Projekten

Der Design Thinking-Prozess bedient sich zahlreicher Instrumente aus dem Design-Bereich und ist nach der Vorgehensweise des Urhebers IDEO, einer Innovationsagentur, in sechs Phasen unterteilt:

  1. Verstehen
  2. Beobachten
  3. Fokussieren
  4. Ideenfindung
  5. Prototyperstellung
  6. Verfeinerung

 

Die Rollen in einem Design Thinking Projekt Team werden typischerweise durch emphatische und kreative Personen besetzt. Zum näheren Stakeholderumfeld gehören aber genauso Kunden bzw. Nutzer alias Personas, deren Feedback in so vielen Iterationen wie notwendig eingeholt wird.

Weitere Mehrwerte von Design Thinking sind:

  • schnelles Erreichen erster Erkenntnisse dank der relativ flachen Lernkurve,
  • die Anfassbarkeit von Projektfortschritten im Zuge der Prototyperstellung,
  • die Förderung positiver Fehlerkultur,
  • die ganzheitliche Betrachtung von Fragestellung und Lösungsalternativen
  • sowie der kreative Freiraum für neue Ideen und ungewohnte Lösungsansätze.

 

Rahmenbedingungen für erfolgreiches Design Thinking

Die Anwendung der Methode Design Thinking selbst garantiert keine Innovationen. Die Innovationsmethode entfaltet ihr volles Potential erst, wenn erfahrene und mit den Instrumenten des Design Thinkings vertraute Moderatoren ein optimal zusammengestelltes Projektteam iterativ mit seinen Kunden konfrontiert. Die ideale Teamgröße eines typischen Design Thinking Projektes sollte dabei 5-8 Personen betragen.

 

Design Thinking und unser WIND-Workshop

Die Ausführungen machen unserer Sicht deutlich, welche Vorteile das Design Thinking gegenüber herkömmlichen Innovationsmethoden besitzt. Allerdings wird die Methode nicht uneingeschränkt positiv gesehen. Wir haben in unserem Workshop gezielt Elemente des Design Thinking übernommen, haben diese aber mit Ideen und Konzepten aus anderen Bereichen kombiniert, um eine bestmögliche Lösungsfindung zu ermöglichen. Über die Integration des Design Thinkings in den WIND-Workshop können Sie in unserem Beitrag „Design Thinking im WIND-Workshop“ weiterlesen.

 

Quellen:

Dark Horse Innovation (2016): Digital Innovation Playbook. Das unverzichtbare Arbeitsbuch für Gründer, Macher und Manager,

Gründerszene (o. J): Was ist Design Thinking?, online im Internet: https://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/design-thinking, zuletzt abgerufen am 01.11.2017.

Hasso-Plattner-Institut (o. J.): Design Thinking, Neu denken, anders arbeiten: https://hpi.de/school-of-design-thinking/design-thinking.html, zuletzt abgerufen am 01.11.2017.

 

Bildnachweis: 

© fotogestoeber / Fotolia (Datei: #163232930)

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